Bundesländervergleich des Pflegenotstands in der Altenpflege

Bundesländervergleich des Pflegenotstands in der Altenpflege

8. August 2018

Wie unterscheiden sich die unbesetzten Stellen für examinierte Altenpflege Jobs von Bundesland zu Bundesland in Deutschland?

Im letzten Jahr waren in Deutschland durchschnittlich etwa 15.000 Stellen für examinierte Altenpflegekräfte offen. Demgegenüber standen 3.300 arbeitslose Altenpflegefachkräfte - ein Verhältnis von fast 5:1.

Es wundert also nicht, dass im Schnitt 172 Tage vergehen, bis eine Pflegeeinrichtung es schafft, eine neue Pflegekraft zu finden, nachdem diese gekündigt oder den Job gewechselt hat. Der Zeitraum der unbesetzten Stellen für die Einrichtungen ist um rund 62% höher als der durchschnittliche Zeitraum unbesetzter Stellen der anderen Berufsarten in Deutschland.

Jetzt stellt sich die Frage, welche Bundesländer besonders stark oder eher schwächer von diesem Notstand betroffen sind. Verglichen wurde das Verhältnis zwischen offenen Stellen für examinierte Altenpfleger/in und der Einwohnerzahl der jeweiligen Bundesländer. Das Verhältnis ist sehr wichtig, denn je mehr offene Stellen auf Einwohner kommen, desto dramatischer die Situation und desto dringlicher der Handlungsbedarf.

Verhältnis offener Pflege Stellen zur Einwohnerzahl

Negativer Spitzenreiter ist die Rheinland-Pfalz mit dem schlechtesten Verhältnis von offenen Stellen für examinierte Altenpfleger zur Einwohnerzahl.  Hier werden über 1.000 Pflegefachkraft Jobs ausgeschrieben, obwohl das Bundesland nur   4 Mio. Einwohner hat.

Niedersachsen, ebenfalls eines der Schlusslichter, hatte nahezu 2.000 offene Stellen für examinierte Altenpflegekräfte auf knapp    8 Mio. Einwohner und dabei sogar noch 250 offene Stellen mehr als Baden-Württemberg, die knapp 11 Mio. Einwohner haben.

Auf der anderen Seite schneiden die Stadtstaaten Berlin und Hamburg relativ gut ab. Möglicherweise  liegt das daran, dass die Altenpflege Jobs in den Großstädten vor allem für ausländische Fachkräfte attraktiver und einfacher zugänglich gemacht wurden.

Die Zahlen trügen jedoch leider, denn trotz vergleichsweise guten Werten aus Berlin, Hamburg, Baden Würtemberg oder Bayern, herrscht Personalnotstand für Altenpflegefachkräfte in allen Bundesländern Deutschlands. Auf einer Deutschlandkarte, die einen potentiellen Pflegenotstand bemessen würde, würden im Vergleich alle Bundesländer schlicht rot aufleuchten.

Insgesamt muss sich noch viel ändern in der Pflege, damit es weniger unbesetzte Altenpflege Jobs gibt und wir in Deutschland für anständige Pflege sorgen können.

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