Corona-Politik in Schweden – Bewohner von Altenheimen in Lebensgefahr

Corona-Politik in Schweden – Bewohner von Altenheimen in Lebensgefahr

26. Mai 2020

Drei Viertel der Schweden, die gestorben sind, lebten entweder in Pflegeheimen oder wurden zu Hause betreut.

Ungewöhnlich viele der Menschen, die in Schweden an dem Coronavirus gestorben sind, starben in Pflegeheimen.

Die schwedische Gesundheitsbehörde hat nun eine umfassende Untersuchung eingeleitet, nachdem Bedenken über die Behandlung älterer Menschen in Pflegeheimen während des Coronavirus-Ausbruchs im Land geäußert wurden.

Die Untersuchung geht sowohl auf eigene Beobachtungen des schwedischen Gesundheitsinspektorats als auch auf Berichte in den Medien zurück, wonach Menschen in Altenpflegeheimen keinen Zugang zu einer Sauerstoffbehandlung erhielten.

"Was wir gesehen haben und was in den Medien berichtet wurde, ist ernst. Jeder, der es braucht, sollte eine gute Gesundheits- und Sozialfürsorge erhalten. Das gilt jetzt, während einer andauernden Krise, genauso wie immer“.

Die Untersuchung folgt auf eine Reihe kürzlich abgeschlossener Inspektionen von mehr als tausend Heimen und Aktivitäten für Menschen in Altenpflegeheimen, häuslichen Pflegediensten und Pflegeheimen für Menschen mit Behinderungen in ganz Schweden. Während dieser Inspektion sagte das IVO, es habe in etwa einem von zehn Häusern ernsthafte Mängel entdeckt.

In der Corona-Krise hat das Schweden Schulen für Kinder unter 16 Jahren sowie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte offengehalten und gleichzeitig die Menschen aufgefordert, die Richtlinien zur Abstandshaltung und Hygiene zu respektieren.

Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde hat wiederholt darauf bestanden, dass strengere Maßnahmen nicht mehr Leben gerettet hätten.

Nichtsdestotrotz wurden drei Viertel der Schweden, die gestorben sind, entweder in Pflegeheimen oder zu Hause betreut.

Tegnell sieht die Ursache bei dem Pflegepersonal, da die älteren Bewohner regelmäßigen Kontakt mit ihren Pflegern benötigten - von denen man annimmt, dass sie das Virus in vielen Pflegeheimen verbreitet haben.

"Ich bin mir wirklich nicht sicher, dass wir so viel mehr hätten tun können", sagte er am Wochenende in einem Interview mit dem Schwedischen Rundfunk, räumte aber ein, dass das Land in eine "schreckliche Situation geraten sei, die die Schwächen unserer Altenpflege deutlich macht".

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