Impfpflicht in der Pflege Teil 2 - gibt es Lücken?

Impfpflicht in der Pflege Teil 2 - gibt es Lücken?

6. Januar 2022

Impfpflicht in der Pflege Teil 2 - gibt es Lücken?

 

Impfpflicht in der Pflege – verpflichtend für alle oder gibt es Lücken?

Am 10. Dezember 2021 haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat die Impfpflicht für Einrichtungen der Pflege beschlossen. Die Konsequenzen aus diesem Gesetz greifen ab dem 16. März 2022. Ab dann sind Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegesektors gehalten, nachzuweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Ausnahmen sind nur in sehr begrenzten Fällen möglich.

 

Die Impfpflicht gilt für Beschäftigte in Pflegeheimen, Kliniken, Arztpraxen und bei Rettungsdiensten. Bis zum 15. März 2022 müssen die Pflegekräfte ihrem Arbeitgeber eine Bescheinigung über eine vollständige Impfung oder einen Nachweis über ihre Genesung vorlegen. Ohne diesen Beleg ist ab dem 16. März die Tätigkeit in einer Einrichtung der Pflege nicht mehr möglich. Das Gesundheitsamt kann den Pflegekräften den Zutritt zu den Heimen oder Gesundheitszentren untersagen. Ausgenommen von der Regelung sind Arbeitskräfte in der Pflege, denen es aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, sich impfen zu lassen. In diesem Fall ist es erforderlich, ein ärztliches Attest einzureichen. Allerdings existieren nur wenige Erkrankungen, die einer Impfung gegen Covid im Weg stehen.

 

Akute Erkrankung

Wie bei fast allen Impfungen sollte auch die Impfung gegen das Coronavirus nicht während einer akuten Erkrankung (z. B. Grippe) erfolgen. Daher wird vor der Impfung stets die Körpertemperatur gemessen. Bei Fieber wird die Impfung verschoben und kann nach dem Abklingen der Symptome nachgeholt werden. Eine dauerhafte Befreiung von der Impfpflicht in der Pflege ist in diesen Fällen nicht möglich. Auch die Einnahme von Antibiotika, Kortikosteroiden, lokal angewandten steroidhaltigen Medikamenten sowie Gerinnungsmedikamenten stellt kein Hindernis für eine Impfung gegen Corona dar.

 

Schwangerschaft

Weil eine Schwangerschaft das Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Covid-Erkrankung erhöht, empfiehlt die Ständige Impfkommission inzwischen auch Schwangeren und Stillenden die Impfung gegen das Coronavirus. Die Impfung sollte aber erst ab dem zweiten Trimenon, also ab der 14. Woche, erfolgen. Dies gilt auch, wenn die Erstimpfung bereits vor der Schwangerschaft erfolgt ist.

 

Allergie gegen einen der Impfstoff-Bestandteile

Bei einer Allergie gegen einen der Bestandteile der Covid-19-Impfstoffe ist eine Impfung laut Robert Koch-Institut unter Umständen nicht möglich. Dies gilt zum Beispiel bei einer Allergie gegen Polyethylenglykol, das auch in Medikamenten oder Kosmetika enthalten ist. Dann ist es aber laut RKI in der Regel möglich, mit einem der anderen Impfstoffe geimpft zu werden. Wenn nach der ersten Impfung gegen Covid eine gravierende anaphylaktische Reaktion erfolgt, dann soll die zweite Dosis dieses Impfstoffs nicht verabreicht, sondern einer der anderen Impfstoffe verwendet werden.

 

Einschränkung für die Vektorimpfstoffe

Einschränkungen können speziell für die Impfstoffe der Hersteller Astrazeneca sowie Johnson & Johnson gegeben sein. Die Impfung mit Astrazeneca ist nicht geeignet bei einem bestehenden Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS). Bei einem Kapillarlecksyndrom, das mit akuten Episoden von Ödemen verbunden ist, wird von beiden Vektorimpfstoffen abgeraten. In diesen Fällen ist laut RKI jedoch die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) möglich.

 

Pflegekräfte, die eine Vorerkrankung haben, sollten mit ihrem Arzt besprechen, welcher Impfstoff gegen Corona für sie am besten geeignet ist. Im Zweifelsfall entscheidet der Arzt, ob eine Kontraindikation vorliegt und der Patient ein Attest erhält. Ein solcher Nachweis ist bundesweit gültig, soweit keine Anhaltspunkte für eine Fälschung vorliegen. Der Arbeitgeber im Bereich der Pflege ist verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt zu informieren, falls ein Attest nicht fristgerecht eingereicht wurde oder Zweifel an der Echtheit des vorgelegten Nachweises vorhanden sind.

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