Pflegeausbildung: Aus drei mach eins

Pflegeausbildung: Aus drei mach eins

8. April 2019

Die Einführung der neuen Ausbildung zur/m Pflegefachfrau und –mann steht bevor. Aber was ändert sich eigentlich?

Zum 01. Januar 2020 geht es dann nach langer Planung endlich los: Die Ausbildungen zur/m Altenpfleger/in, Krankenpfleger/in und Kinderkrankenpfleger/in werden zu einer Ausbildung zusammengefasst.

Was ändert sich?

Das neue Gesetz bedeutet die Einführung der sogenannten generalistischen Pflegeausbildung. Nach dem Abschluss hat die „Pflegefachfrau“ oder der „Pflegefachmann“ die Möglichkeit in allen Bereichen zu arbeiten. Anstatt sich, wie vorher, für einen Versorgungsbereich im Voraus der Ausbildung entscheiden zu müssen, ist es nach dem Abschluss nun möglich in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege zu arbeiten.

Die ersten beiden Ausbildungsjahre enthalten Lehrinhalte, die alle Auszubildenden auf ein Niveau bringt. Die Auszubildenden, die bereits wissen, in welchem Bereich sie arbeiten wollen, können sich im dritten Jahr auf die klassischen Bereiche spezialisieren – müssen es aber eben nicht. Wenn man sich nicht spezialisieren möchte, kann man die generalistische Ausbildung fortführen und nach drei Jahren abschließen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, nach dem zweiten Jahr die Ausbildung abzuschließen, um so den Abschluss der „Pflegeassistenz“ zu bekommen.

Darüber hinaus fällt das Schulgeld in ganz Deutschland weg und Pflege-Azubis erhalten eine angemessene Ausbildungsvergütung.

Wozu die Änderungen?

Die generalistische Pflegeausbildung soll den Pflege Job für Nachwuchskräfte attraktiver machen. Die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann erlaubt einen einfacheren Wechsel zwischen den Versorgungsbereichen. Außerdem sollen die Abschaffung des Schulgelds und die Einführung einer höheren Vergütung die Ausbildung attraktiver machen.

So soll die generalistische Pflege Job den Beruf attraktiver machen

Vor- und Nachteile der Ausbildung

Noch ist nicht klar, welche Auswirkung die Ausbildungsreform auf den Pflegenotstand hat. Auf der einen Seite wird argumentiert, dass die Zusammenlegung der bisher getrennten Pflegeberufe die Attraktivität und Entwicklungsmöglichkeiten des Pflege Jobs steigert und somit mehr Azubis anlockt. Auf der anderen Seite fürchten sich vor allem einige Altenpflege-Einrichtungen vor stärkerer Abwanderung der Pflegefachkräfte in die besser bezahlten Krankenhäuser.

Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkung die generalistische Ausbildung auf den Pflegenotstand haben wird.

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