Pflegefachmann / Pflegefachfrau – wie sehen Job und Ausbildung aus?

Pflegefachmann / Pflegefachfrau – wie sehen Job und Ausbildung aus?

12. Mai 2022

Pflegefachmann / Pflegefachfrau – wie sehen Job und Ausbildung aus?

Wer bis 2020 noch Gesundheits- und Krankenpfleger*in war, ist heute Pflegefachmann / Pflegefachfrau. In diesem Beruf kümmerst Du Dich um das Wohl von Patienten, kontrollierst ihre Vitalwerte und begleitest Ärzte bei ihrer Visite. Du bist im Krankenhaus, in der Altenpflege oder in ähnlichen Einrichtungen tätig und übernimmst zu einem Teil die ärztliche Versorgung von Patienten. Du dokumentierst zum Beispiel ärztliche Maßnahmen, unterstützt sie bei der Durchführung und verabreichst Medikamente.

Ist die Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau neu?

Die Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau gibt es zwar erst seit 2020, ist so gesehen aber nicht neu. Sie ist an die Stelle von anderen Ausbildungen getreten und vereint sie. Konkret handelt es sich bei dem Pflegefachmann bzw. der Pflegefachfrau um eine Kombination aus Gesundheits- und Krankenpfleger*in, Altenpfleger*in und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in.

Wie läuft die Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau ab?

Die Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau absolvierst Du an der Berufsfachschule. Dabei eignest Du Dir die Theorie an, die Du im Krankenhaus oder in Pflegeheimen in die Praxis umsetzt. Dort kannst Du Dein Können unter Beweis stellen und bereits in den Arbeitsalltag als Pflegefachmann / Pflegefachfrau hineinschnuppern.

Die Ausbildung beendet eine Abschlussprüfung, die in der Regel einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil enthält. Bestehst Du sie, bist Du staatlich geprüfter Pflegefachmann bzw. staatlich geprüfte Pflegefachfrau.

Wie sieht der Berufsalltag als Pflegefachmann / Pflegefachfrau aus?

In Kurzfassung kümmerst Du Dich um das Wohl der Patienten in Deiner Einrichtung. Du verabreichst nicht nur Medikamente, sondern pflegst auch Wunden und unterstützt die Patienten bei den Tätigkeiten, die sie nicht ohne Weiteres selbst vollziehen können. Dazu gehören zum Beispiel das Umbetten und auch der Toilettengang.

Du sorgst dafür, dass es Deinen Patienten körperlich gut geht, bist aber auch menschlich für sie da. Als Ansprechpartner hast Du stets ein offenes Ohr und beantwortest ihre Fragen.

 

Wir haben mit Guido (30) gesprochen. Guido ist Pflegefachmann in einem großen Krankenhaus.

Hallo Guido. Danke, dass Du Dir heute für uns die Zeit nimmst! Du bist bereits ein paar Jahre im Job. Bist Du denn mit Deiner Berufswahl noch zufrieden?

Im Großen und Ganzen bin ich tatsächlich sehr zufrieden. Im Vorhinein weiß man natürlich nie genau, was einen erwartet. Man durchläuft zwar die Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau und erhält in dem Rahmen auch schon erste Einblicke in den Beruf selbst. Den Alltag in dem Job lernt man so richtig aber erst nach der Ausbildung kennen.

Ich musste am Anfang zum Beispiel erstmal damit klarkommen, dass der Job als Pflegefachmann / Pflegefachfrau ganz schön anstrengend und stressig werden kann. Du bettest jeden Tag Menschen um, was mir in den ersten Wochen ordentlich Muskelkater bereitet hat. Eine gewisse körperliche Stärke und Fitness können in dem Beruf also nicht schaden.

Gibt es etwas, das Du gerne an Deinem Job als Pflegefachmann / Pflegefachfrau ändern würdest?

Ich hätte gerne mehr Zeit für die Patienten. Damit meine ich nicht, dass die medizinische Versorgung zu knapp kommt – das machen wir trotz regemäßigem Stress und Chaos möglich. Ich merke aber, wie viele Menschen Redebedarf haben. Auf sie würde ich gerne mehr eingehen, wenn ich die Zeit dafür hätte. Leider sind wir aber oft an der Belastungsgrenze, wodurch uns die Muße für ausgedehnte Gespräche fehlt. Ich glaube aber, dass neben dem körperlichen Wohl auch das psychische Wohl eine große Rolle spielt.

Danke Guido!

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