Pflegekräfte stellen sich vor: Johann aus der Intensivstation

Pflegekräfte stellen sich vor: Johann aus der Intensivstation

28. Mai 2019

Zwischen Maschine und Mitgefühl: Der Pflege Job auf der Intensivstation ist eine Herausforderung - gibt aber auch viel zurück.

Mein Name ist Johann, ich bin 52 Jahre alt und arbeite seit über 20 Jahren als Krankenpfleger auf einer Intensivstation in einem großen Krankenhaus in Hamburg. Mein Pflege Job erfordert das gezielte Handeln mithilfe von hochtechnischen Maschinen, aber enthält auch sehr menschliche Komponenten. Menschen landen bei uns nicht freiwillig auf der Intensivstation. Die Maschinen können dabei helfen, Menschen zu retten, zum Teil sogar Komplikationen, welche vor 20 Jahren noch nicht zu retten waren. Doch die Patienten haben meistens auch Angst oder wachen sogar erst bei uns auf. Dann gilt es, dem Patienten gegenüber Ruhe auszustrahlen, die Hand zu halten und vom überwältigenden Ambiente abzulenken.

Wer sind Eure Patienten?

Unsere häufigsten Patienten erleiden einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Andere typische Patienten sind Unfallopfer oder haben zum Beispiel eine Blutvergiftung. Generell landen bei uns viele, dessen Organe schwer beschädigt sind.

Das Gehalt für Intensivpfleger liegt zwischen 2.800 Euro und 3.500 Euro

Ein ganz „normaler“ Tag

Gerne übernehme ich die Frühschicht, die um 6:15 Uhr beginnt. Idealerweise kümmern wir uns im Team zu fünft um zehn Patienten, aber wenn wir unterbesetzt sind, dann auch mal zu viert. Morgens führe ich vor allem Körperpflege durch, schaue mir die Wunden an, wechsle Verbände, gebe Medikamente und überwache Blutwerte oder Herztöne. Manche Patienten müssen regelmäßig umgelagert oder deren Arme und Beine bewegt werden. Das kann dann auch mal ganz schön anstrengend werden.

Alles, was ich mache, muss ich dokumentieren, was ebenfalls relativ viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn Angehörige zu Besuch kommen, richten wir Patienten auch ein wenig her. Dazu gehört z.B. eine frische Rasur.

Mittags geht’s dann in die Mittagspause, dabei muss allerdings immer jemand auf der Station bleiben, falls was passiert. Am Nachmittag werden noch einmal verschiedene Kontrollen durchgeführt, Patienten umgelagert und Proben entnommen. Um kurz vor drei geht es dann für mich in den Feierabend.

Wie werde ich Intensivpfleger/in?

Intensiv-Krankenpfleger/innen haben eine dreijährige Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in hinter sich. Danach folgt die Weiterbildung zur Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege. Diese wird meist berufsbegleitend über zwei Jahre absolviert.

Fazit

Der Pflege Job auf der Intensivstation verlangt einem körperlich und geistig viel ab. Wenn Patienten leider Gottes sterben, kann mich das schon mitnehmen. Allerdings überwiegt die Freude, wenn wir von der Intensivstation die Patienten aus dem Gröbsten retten können. Auch sehe ich es als meine persönliche Aufgabe, Patienten in ihren schweren Situationen zu beruhigen. Neulich kam ein Patient nach der Genesung zu uns auf die Station und hat sich mit einem Lächeln und Blumenstrauß bei unserem Team bedankt. Spätestens in solchen Momenten weiß ich, warum ich den Pflege Job mache und gerne noch lange weitermachen möchte.

Wie funktioniert Pflegia? Interessiert? Registriere dich jetzt auf Pflegia

Ähnliche Beiträge

Pflege Job im Gefängnis - der etwas andere Arbeitsplatz

Pflege Job im Gefängnis - der etwas andere Arbeitsplatz

Auch Häftlinge sind auf Pflege angewiesen. Der Pflege Job ist exotisch für Außenstehende und ganz normal für Mitarbeiter

Pflegekräfte stellen sich vor: Sofia aus der Kinderpsychiatrie

Pflegekräfte stellen sich vor: Sofia aus der Kinderpsychiatrie

Der Alltag als Stationsleiterin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist abwechslungsreich und herausfordernd