Stundenlohn ambulanter Pflegedienst – so sieht das Gehalt aus

Stundenlohn ambulanter Pflegedienst – so sieht das Gehalt aus

27. Juni 2022

Stundenlohn ambulanter Pflegedienst – so sieht das Gehalt aus

Im Rahmen der ambulanten Pflege betreust Du pflegebedürftige Menschen in ihren eigenen vier Wänden. Dabei greifst Du ihnen bei einer Reihe von Tätigkeiten unter die Arme: Du kümmerst Dich zum Beispiel um den Haushalt, erledigst Einkäufe und stellst die medizinische Versorgung sicher. Aber mit welchem Stundenlohn kann ein ambulanter Pflegedienst rechnen? Und lohnt sich das finanziell für Dich?

Welchen Stundenlohn kann ein ambulanter Pflegedienst verdienen?

Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt das Gehalt für den ambulanten Pflegedienst bei ca. 3.306 Euro im Monat bzw. 18,46 Euro pro Stunde, wobei Frauen nach wie vor weniger verdienen als Männer. Unterschiede ergeben sich zudem aufgrund der Region, in der Du tätig wirst: In Süd- und Westdeutschland wird die ambulante Pflege besser vergütet als im Norden und im Osten. Außerdem spielen die Größe und die Bekanntheit des Pflegedienstes eine Rolle. Arbeitest Du für ein angesehenes und seit Jahren bestehendes Unternehmen, fällt Dein Stundenlohn als ambulanter Pflegedienst höher aus.

Schließlich kannst Du auch mit Deinen persönlichen Voraussetzungen ein besseres Gehalt erwirtschaften: Je länger Du bereits als Pflegerin oder Pfleger arbeitest, desto mehr Geld solltest Du fordern. Auch zusätzliche Qualifikationen wie Fortbildungen machen Dich für Arbeitgeber und Pflegebedürftige gleichermaßen beliebt, was Deinen Marktwert steigert. Ihn sollte Dein Arbeitgeber angemessen vergüten.

Ambulante Pflege oder stationäre Pflege – wo ist das Gehalt höher?

Dein Stundenlohn als ambulanter Pflegedienst kann leider nicht mit dem in der stationären Pflege mithalten. Deshalb entscheiden sich immer mehr Pflegerinnen und Pfleger für den letzteren Weg, wodurch die ambulante Pflege Schwierigkeiten hat, ausreichend Personal zu finden. Auch Pflegekräfte in Pflegeheimen verdienen in der Regel besser als ambulante Pflegerinnen und Pfleger.

Warum solltest Du Dich trotzdem für die ambulante Pflege entscheiden?

Deinen Beruf übst Du in erster Linie aus, um Deine Rechnungen bezahlen und Dich selbst versorgen zu können. Deshalb spielt Dein Gehalt selbstverständlich eine entscheidende Rolle bei der Berufswahl. Trotzdem ist Geld nicht alles. Der Beruf als ambulanter Pflegedienst kommt mit diversen Vorteilen gegenüber anderen Pflegestellen, die sich sehen lassen können.

Du betreust Pflegebedürftige in ihren eigenen vier Wänden und begleitest sie durch ihr Leben. Dadurch entsteht eine besondere Bindung, die in Pflegeeinrichtungen so oft nicht möglich ist. Das erleichtert Dir Deine Arbeit und Du darfst Dich auf Dankbarkeit und Wertschätzung freuen.

In der ambulanten Pflege hast Du in der Regel kaum Nachtschichten, da die Menschen, denen Du hilfst, in dieser Zeit ohnehin schlafen oder von ihren Familienmitgliedern betreut werden. Stattdessen arbeitest Du in Früh- oder Spätschichten, was Dir einen angenehmeren Rhythmus ermöglicht.

 

Wir haben mit Miriam (29) gesprochen. Sie ist ambulante Pflegerin.

Hallo Miriam! Danke, dass Du Dir die Zeit für unser Gespräch nimmst. Wie stehst Du zu dem Stundenlohn für ambulante Pflegekräfte?

Ich finde ihn zu niedrig. Das Gehalt steht meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu der Arbeit, die wir erledigen. Wir unterstützen andere Menschen rundum dabei, ihr Leben zu meistern und sind auch emotional für sie da. Das kann belastender werden, als die Gesellschaft zu glauben scheint.

Du arbeitest aber trotzdem als ambulante Pflegerin und möchtest den Beruf auch vorerst nicht aufgeben. Was bewegt Dich dazu?

Ich helfe sehr gerne Menschen und kann so ganz anders für Pflegebedürftige da sein, als ich das anderswo könnte. Ich bin kein Fan von einem schnellen Abfertigen, sondern nehme mir lieber Zeit und höre auch mal länger zu. Diese Muße habe ich als ambulante Pflegerin. Hinzu kommt, dass ich mittlerweile enge Bindungen zu den Menschen aufgebaut habe, die ich betreue. Daraus sind tiefe Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte. Mein Job fühlt sich also oft nicht wie Arbeit an, sondern so, als würde ich einem guten Freund unter die Arme greifen. Und wer kann das schon von sich sagen?

Danke Miriam!

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